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Einen Bordsteinschaden an der Felge kannst du selbst reparieren, solange er nur kosmetisch ist: Kratzer und Schleifspuren am Felgenhorn werden gereinigt, glatt geschliffen, entfettet, grundiert, im Farbton der Felge lackiert und mit 2K-Klarlack versiegelt. Sind Risse, Dellen im Felgenhorn oder ein Höhenschlag im Spiel, ist das kein Fall für die Spraydose – dann gehört die Felge in eine Fachwerkstatt.
In dieser Anleitung zeigen wir dir, woran du den Unterschied erkennst, wie die Reparatur Schritt für Schritt abläuft, was sie ungefähr kostet und worauf du bei einem Leasingfahrzeug achten solltest.
Die meisten Bordsteinschäden sind optisch ärgerlich, aber technisch harmlos: Der Lack und eine dünne Schicht Aluminium am äußeren Felgenrand sind abgeschabt, mehr nicht. Ein harter Anprall kann jedoch auch die Struktur von Felge und Reifen treffen. Prüfe deshalb vor jeder Reparatur:
Erst wenn all das unauffällig ist, lohnt sich die Reparatur in Eigenregie. Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr prüfen lassen, denn die Felge trägt das Fahrzeug.
Alle Produkte für den Lackaufbau findest du gebündelt in der Kategorie Car & Wheel Repair.
Reinigen: Sprühe den Felgenreiniger nach dem Schütteln aus etwa 15–20 cm Entfernung auf, lass ihn kurz einwirken, ohne dass er antrocknet, und spüle gründlich mit klarem Wasser ab. Bremsstaub und Schmutz in den Riefen würden sich sonst in den Lack einarbeiten. Lass die Felge danach vollständig trocknen.
Abkleben: Decke alles ab, was keinen Lack abbekommen soll – Reifen, Ventil, Radschrauben, Nabendeckel und angrenzende, unbeschädigte Felgenbereiche. Wie das mit montiertem Reifen klappt, erklären wir weiter unten.
Schleifen: Schleife den Schaden zuerst mit gröberem Papier glatt, bis keine Grate und Aufwerfungen mehr fühlbar sind. Arbeite dich dann mit feinerer Körnung vor und schleife den umliegenden Lack leicht an, damit die neue Lackschicht einen haftfähigen Übergang bekommt. Tiefe Riefen füllst du vorher mit Spachtel und schleifst ihn bündig. Ziel ist eine Oberfläche, die sich mit geschlossenen Augen glatt anfühlt.
Entfetten: Trage den Silikonentferner auf die Reparaturstelle auf und wische ihn mit einem sauberen, fusselfreien Mikrofasertuch ab. Ab jetzt die Fläche nicht mehr mit bloßen Fingern berühren – Hautfett führt zu Fischaugen im Lack.
Grundieren: Wo blankes Aluminium freiliegt, kommt die Epoxy-Grundierung zum Einsatz. Laut Produktangabe reichen in der Regel ein bis zwei gleichmäßige, dünne Schichten. Nach dem vollständigen Trocknen leicht anschleifen und noch einmal entfetten.
Lackieren: Den Basislack in mehreren dünnen Gängen auftragen und zwischen den Schichten ablüften lassen. Lieber drei hauchdünne Schichten als eine dicke, die Läufer bildet.
Klarlack auftragen: Der 2K-Klarlack schützt die Farbe und bestimmt den Glanz. Aktiviere die Dose nach Anleitung auf dem Etikett und plane ein, dass ein aktivierter 2K-Lack nur begrenzt verarbeitbar ist (Topfzeit). Auch hier gilt: dünne, gleichmäßige Gänge mit Ablüftzeit dazwischen. Details zu Aktivierung und Verarbeitung findest du im Beitrag 2K-Klarlack aus der Spraydose.
Übergang verblenden: Bei einer partiellen Reparatur sprühst du den Beispritzlack auf den Rand des frischen Klarlacks, damit keine sichtbare Kante zum Altlack bleibt.
Aushärten lassen: Entferne das Abdeckmaterial vorsichtig und gib dem Lack Zeit, vollständig durchzuhärten, bevor du die Felge wäschst oder belastest. Die genauen Zeiten stehen auf dem Etikett des jeweiligen Produkts.
Wie du eine komplette Felge neu lackierst und welche Fehler dabei typisch sind, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber Felgen selber lackieren wie ein Profi.
Für einen Bordsteinschaden musst du den Reifen nicht abziehen lassen. Wichtig ist, dass du die Kante zwischen Felgenhorn und Reifenflanke sauber abdeckst:
Ist der Schaden umlaufend oder willst du die ganze Felge lackieren, ist eine demontierte Felge ohne Reifen die bessere Wahl – das Ergebnis wird gleichmäßiger.
Für die Reparatur in Eigenregie fallen vor allem Materialkosten an. Als Richtwert: Silikonentferner, Epoxy-Grundierung und 2K-Klarlack aus unserem Shop kosten zusammen zum Zeitpunkt dieses Beitrags rund 30 bis 50 Euro, je nach Dosengröße und ob du den Beispritzlack dazunimmst. Hinzu kommen Schleifpapier, Abdeckmaterial und der Basislack im passenden Farbton. Reicht der Doseninhalt, lassen sich mit einem Satz Material auch mehrere kleine Schäden ausbessern.
Was eine Werkstatt verlangt, hängt von mehreren Faktoren ab: Felgengröße, Tiefe und Länge des Schadens, Oberfläche (lackiert, glanzgedreht oder poliert) und ob nur eine Stelle oder die ganze Felge bearbeitet wird. Hol dir hier am besten ein konkretes Angebot. Glanzgedrehte Felgen sind ein Sonderfall: Die blanke Oberfläche entsteht auf einer Drehbank und lässt sich mit Spraydose und Schleifpapier nicht nachbilden.
Bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeugs werden Felgen im Rückgabeprotokoll bewertet. Viele Leasinggeber orientieren sich dabei an einem Schadenkatalog, der festlegt, welche Bordsteinschäden als normale Gebrauchsspuren gelten und welche berechnet werden. Bevor du selbst Hand anlegst, lohnt ein Blick in deinen Vertrag und die zugehörigen Rückgaberichtlinien: Manche Anbieter akzeptieren eine fachgerechte Smart-Repair-Reparatur, andere bewerten sichtbare Lackunterschiede als Mangel. Frag im Zweifel direkt beim Leasinggeber nach. Das ersetzt keine Rechtsberatung, verhindert aber, dass eine gut gemeinte Reparatur bei der Rückgabe zum Nachteil wird.
Ja, wenn der Schaden rein oberflächlich ist. Risse, Verformungen oder ein Höhenschlag gehören dagegen in die Fachwerkstatt.
Nein. Geschliffenes Aluminium liegt ungeschützt frei. Ohne Grundierung, Lack und 2K-Klarlack greifen Feuchtigkeit und Streusalz die Stelle an.
Einen 2K-Klarlack im Glanzgrad deiner Felge – glänzend, seidenmatt oder matt. Er ist deutlich beständiger als 1K-Klarlack, was bei Bremsstaub und Felgenreinigern wichtig ist.
Bei Rissen, eingedrücktem Felgenhorn, Unwucht, Luftverlust oder Schäden an der Reifenflanke – und bei glanzgedrehten Felgen, deren Oberfläche sich nicht mit der Spraydose nachbilden lässt.