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Beispritzlack verwendest du ganz am Ende einer Spot-Reparatur: Direkt nachdem du den Klarlack aufgetragen hast, sprühst du ihn dünn auf den Rand der frisch lackierten Fläche. Er löst dort den feinen Sprühnebel an, sodass der neue Klarlack ohne sichtbare Kante in den alten Lack übergeht. Richtig eingesetzt bleibt von der Reparatur nur eine glatte Fläche, die du nach dem Trocknen polierst.
In diesem Beitrag erfährst du, wie sich Beispritzlack von Beispritzverdünnung unterscheidet, wie er mit 2K-Klarlack zusammenspielt und wie eine Spot-Repair-Lackierung Schritt für Schritt abläuft – an der Karosserie ebenso wie an der Felge.
Beim Lackieren aus der Spraydose landet nicht nur nasser Lack auf der Fläche. Am Rand des Sprühbildes treffen feine Tröpfchen auf, die schon halb angetrocknet sind. Sie verlaufen nicht mehr, sondern bleiben als rauer, matter Saum liegen – der sogenannte Sprühnebel. Genau dieser Saum macht eine Reparatur sichtbar: Im Streiflicht erkennst du einen Rand, der sich auch mit Politur nur schwer ganz entfernen lässt, ohne den umliegenden Lack zu stark abzutragen.
Hier setzt der Beispritzlack an. Laut Lexikon-Eintrag zum Beispritzlack löst er den Sprühnebel an, damit der neue Lack ohne sichtbare Kante in den alten übergeht. Statt eines harten Randes entsteht eine weich auslaufende Zone.
Beide Produkte haben dasselbe Ziel: den Übergang zwischen Alt- und Neulack unsichtbar machen. Sie unterscheiden sich im Aufbau.
Für die Reparatur mit der Spraydose ist der Beispritzlack meist die praktischere Wahl: Du arbeitest mit derselben Technik wie beim Klarlack und musst nichts umfüllen oder in eine Pistole geben. Wichtig ist bei beiden Varianten dasselbe Prinzip – wenig Material, nur auf den Rand, nie auf die ganze Fläche.
Wer nach „Beispritzlack 2K“ sucht, will meist wissen, ob der Beispritzlack selbst zweikomponentig sein muss. Das ist nicht nötig. Der GLOSSDOC Beispritzlack ist ein 1K-Produkt und laut Hersteller mit gängigen Klarlacksystemen kompatibel. Er kommt also auf den Rand eines 2K-Klarlacks, der dort chemisch mit seinem Härter aushärtet.
Entscheidend ist das Timing. Der Beispritzlack wirkt auf frischem Klarlack, solange der Sprühnebel noch angelöst werden kann. Plane deshalb den Ablauf so, dass beide Dosen griffbereit stehen, bevor du den 2K-Klarlack aktivierst. Nach dem Aktivieren läuft die Topfzeit – die genauen Angaben findest du auf dem Etikett. Wie du die 2K-Dose aktivierst und aufträgst, erklären wir ausführlich im Beitrag 2K-Klarlack aus der Spraydose richtig anwenden.
Spot Repair heißt, einen kleinen Lackschaden nur an der Stelle auszubessern, statt das ganze Bauteil neu zu lackieren. Der Ablauf ist bei Steinschlägen, kleinen Kratzern und Schrammen grundsätzlich gleich:
Passende Produkte für die einzelnen Schritte findest du in den Bereichen Vorbereitung und Entfetten sowie Grundierung & Beispritzlack.
Die meisten Fehler mit Beispritzlack entstehen durch zu viel Material. Er soll den Rand anlösen, nicht die Fläche fluten. So gehst du vor:
Nach dem Trocknen polierst du den Übergang mit einer feinen Politur. Weil der Beispritzlack laut Produktbeschreibung früh polierfähig ist, musst du dafür nicht lange warten – die genauen Trocknungszeiten stehen auf dem Etikett. Achte darauf, dass auch der Klarlack bereits ausreichend durchgehärtet ist, bevor du mit Druck polierst.
Spot Repair ist für kleine, punktuelle Schäden gedacht. Größere Flächen, Schäden über Bauteilkanten hinweg oder Effektlacke mit starkem Metallic-Anteil lassen sich mit der Spraydose schwer unsichtbar ausbessern. Dann ist es oft sauberer, das Bauteil bis zu einer natürlichen Kante neu zu lackieren.
Auch das Finish spielt eine Rolle. Der Beispritzlack-Übergang wird durch Polieren unsichtbar – das funktioniert auf glänzendem Lack. Matte und seidenmatte Oberflächen kannst du nicht polieren, ohne Glanzstellen zu erzeugen. Warum das so ist und wie du dort vorgehst, liest du im Beitrag Klarlack matt, seidenmatt oder glänzend.
An Felgen funktioniert das Prinzip ebenfalls: Laut Hersteller kann der Beispritzlack nach einer partiellen Lackierung die Übergänge sauber auslaufen lassen. Wie du eine angeschrammte Felge vorbereitest, zeigt der Beitrag Bordsteinschaden an der Felge selbst reparieren. Den kompletten Lackaufbau einer Felge beschreibt die Anleitung Felgen selber lackieren wie ein Profi.
Direkt nach dem letzten Klarlackgang, solange der Sprühnebel am Rand noch frisch ist. Der Beispritzlack kommt nur auf die Übergangszone, nicht auf die gesamte Reparaturfläche.
Nein. Lackierst du bis zu einer Bauteilkante oder einer Fuge, gibt es keinen Übergang in den Altlack. Beispritzlack ist für Teil- und Spot-Lackierungen gedacht, bei denen der neue Lack mitten in einer Fläche endet.
Ja. Bei partiellen Felgenreparaturen hilft er, den Übergang zum bestehenden Klarlack sauber auslaufen zu lassen. Auf matt oder seidenmatt lackierten Felgen ist ein unsichtbarer Spot-Übergang dagegen kaum möglich, weil das Polieren entfällt.
Der GLOSSDOC 1K Beispritzlack trocknet schnell und ist früh polierfähig. Die konkreten Zeiten hängen von Temperatur und Schichtdicke ab – bitte die Angaben auf dem Etikett beachten und auch die Aushärtung des Klarlacks abwarten.